SexLex: Schwul

Schwul
Ursprünglich ein Schimpfwort für homosexuelle Männer. An der Art, wie jemand das Wort ausspricht oder dabei guckt, merkt man sofort ob es als Diskriminierung gemeint ist. Viele Männer empfinden es als schlimme Beleidigung "schwul" genannt zu werden. Der Grund dafür ist, dass die meisten Leute nichts über Schwule wissen und deshalb völlig verdrehte Vorstellungen und Vorurteile haben.
Um den Beschimpfungen den Wind aus den Segeln zu nehmen und weil sie zeigen wollen, dass sie zu ihren Gefühlen und ihrer Art sie auszuleben stehen, nennen homosexuelle Männer sich häufig selber Schwule.
Seitdem 1969 der Paragraphen 175 geändert wurde, können Schwule in Deutschland endlich öffentlich zeigen, dass es sie gibt. Sie haben angefangen, sich in Emanzipationsgruppen zu organisieren und für Gleichberechtigung zu kämpfen.
In jeder etwas größeren Stadt findet man mitlerweile auch eine Menge schwules Leben in der sogenannten Subkultur. Es gibt Cafés, Buchläden, Kneipen, Discos, Saunen, Sportvereine, Sex-Shops, Treffpunkte in Parks, und auch Beratungsstellen und Schwulenzentren. In vielen deutschen Städten informieren rosa Telefone und schwule Zeitungen und Zeitschriften darüber, was wann wo los ist. Schwule Reiseführer kann man für fast jedes Land der Welt kaufen.
Schwule Jugendgruppen und Jugendorganisationen helfen und unterstützen beim coming out und machen Freizeitangebote.
Jedes Jahr, Ende Juni veranstalten Schwule und Lesben auf der ganzen Welt den Christoper-Street-Day als einen Feiertag, an dem sie demonstrieren: "Hier sind wir, wir sind schwul oder lesbisch, gewöhnt Euch daran!"