SexLex: Paragraph 218

Paragraph 218
Der Paragraph des deutschen Strafgesetzbuches, in dem der Schwangerschaftsabbruch geregelt ist. Dieses Gesetz wurde schon oft geändert und ist sehr umstritten. Es gibt Politiker, die Abtreibungen ganz verbieten wollen. Andere sind der Meinung, das Gesetz sollte ganz abgeschafft werden, damit Frauen alleine entscheiden können, ob sie eine Schwangerschaft austragen oder nicht. Zwischen diesen extremen Ansichten einen Kompromiss zu finden ist sehr schwierig.
Bis 1993 bestimmte der § 218, dass ein Abbruch nur innerhalb der ersten 12 Wochen, mit einer ärztlichen Indikation und einem Beratungsgespräch gemacht werden durfte. Ausnahmen wurden nur gemacht, wenn das Leben der Frau gefährdet oder der Embryo geschädigt war. Diese Regelung nannte man Indikationslösung.
1993 beschloss der Bundestag eine Änderung des Gesetzes, durch die die Indikation abgeschafft wurde. Jede Frau sollte in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft alleine entscheiden dürfen, ob sie die Schwangerschaft austragen oder abbrechen lassen will. Weil einige Politiker, die bei der Abstimmung unterlegen waren, meinten, das ungeborene Leben werde jetzt nicht mehr ausreichend geschützt, riefen sie das Bundesverfassungsgericht an. Das Gericht war der Meinung, der neue § 218 sei tatsächlich so nicht verfassungsgemäß. Es entschied deshalb, dass der Bundestag das Gesetz noch einmal verändern muss. Es wurde beschlossen, dass die Entscheidung einer Frau für einen Schwangerschaftsabbruch nur dann straffrei bleiben darf, wenn sie vorher an einem Beratungsgespräch (z.B. bei pro familia) teilgenommen hat.