SexLex: Geschlechterrolle

Geschlechterrolle
Unter dem Begriff fasst man alles zusammen, was als typisch für Frauen bzw. Männer angesehen wird.
In allen Kulturen werden Männern andere Eigenschaften zugeordnet als Frauen. Das heißt, die Gesellschaft hat ganz bestimmte Vorstellungen davon, welche Verhaltensweisen männlich und welche weiblich sind. Durch die Erziehung lernen Kinder, welche Rollenerwartungen ihre Umwelt mit ihrem Geschlecht verbindet.
Früher wurden diese Aufteilungen sehr streng genommen. Sätze wie”Jungen weinen nicht!” oder”Mädchen toben nicht!” stammen daher. Genau wie die Idee, dass Mädchen nur mit Puppen und Jungen nur mit Autos spielen.
Auch heute glauben noch viele Menschen an diese veralteten Ideen. Das führt dann dazu, dass bei Erwachsenen erwartet wird, dass die Männer stark und vernünftig sind, die schweren und technischen Arbeiten erledigen, und alle wichtigen Entscheidungen treffen. Frauen sollen lieb, fürsorglich und hübsch sein, Haushalt und Kinder versorgen und sich danach richten, was die Männer sagen.
Auch beim Sexualverhalten herrscht immer noch die Vorstellung vor, dass Männer aktiver sind und deshalb den ersten Schritt machen müssen. Von Frauen wird erwartet, dass sie zurückhaltend sind und abwarten, ob ein Mann etwas von ihnen will.
Weil diese traditionelle Aufteilung den Männern mehr Rechte und Freiheiten gibt, wehren sich viele Frauen dagegen. In der Frauenbewegung engagieren sie sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter.
Dass die Geschlechterrollen nicht angeboren sind, zeigt sich bei Vergleichen mit anderen Gesellschaften. Zum Beispiel gibt es Berichte von einigen Südseevölkern, bei denen sich die Männer hübsch machen, um von den Frauen begehrt zu werden. In Südamerika findet man Völker, bei denen die Frauen auf die Jagd gehen, während man das bei uns für eine typische Männerarbeit hält.