Häufig gestellte Fragen (FAQ): Darf ich mit 13 schon Sex haben?

Thema: Darf ich mit 13 schon Sex haben?

Frage, wie sie uns so oder ähnlich häufig gestellt wird:

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Hallo,

ich bin 13 und mein Freund 15 Jahre alt. Wir würden gerne miteinander schlafen. Vor Kurzem habe ich aber gehört, dass man erst ab 14 Sex haben darf und es vorher bestraft werden kann. Stimmt das?
Laura* w 13 Jahre

Hier die Antwort vom pro familia sextra Online-Beratungsteam:

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Hallo Laura,

ja, Du hast Recht: es gibt Regelungen, ab wann man Sex haben darf und wann noch nicht. Das Gesetz hat ein Alter von 14 Jahren als Grenze festgelegt, ab dem Sex erlaubt ist. Das heißt, dass beide Partner mindestens 14 Jahre alt sein müssen wenn sie miteinander schlafen. Ist einer der beiden jünger, machen sie sich strafbar.

Sobald Du also 14 Jahre alt bist, darfst Du mit deinem Freund Sex haben. Solange Du aber noch 13 bist, könnt Ihr tatsächlich bestraft werden wenn Ihr Sex habt.

Grundsätzlich liegt die sexuelle "Schutzaltersgrenze" für beide Geschlechter bei dem 14. Lebensjahr (§ 176 StGB).
Das heißt, dass sexueller Kontakt ("sexuelle Handlungen") mit einer(m) unter 14-jährigen von einem(r) über 14-jährige(n) nicht erlaubt ist. Dies gilt auch, wenn das Mädchen 14 und der Junge 13 Jahre alt ist. Wenn die Eltern des oder der unter 14-Jährigen Strafanzeige erstatten, muss die Staatsanwaltschaft in jedem Fall ermitteln.

Wenn es sich um eine Liebesbeziehung zwischen etwa Gleichaltrigen handelt, kann man normalerweise davon ausgehen, dass rechtlich nichts passiert. Aber, das Mädchen muss es genauso wollen wie der Junge. Sexueller Kontakt zwischen Jugendlichen, die beide unter 14 sind oder wenn beide zwischen 16 und 18 sind, ist straffrei.

Weiterhin gilt:

Bis zum 16. Lebensjahr gibt es den Straftatbestand „sexueller Missbrauch von Jugendlichen“ (§ 182).

Es gilt: Abs. (1) betrifft Täter/in über 18 Jahren und Opfer unter 16, wenn eine Zwangslage (z. B. unter Drohung) ausgenutzt wurde, oder die Tat gegen Entgelt erfolgt.

Abs. (2) betrifft Täter/in über 21 der/die eine Person unter 16 Jahren missbraucht und dabei die fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt. Dies wird nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, es besteht ein besonderes öffentliches Interesse an der Strafverfolgung.

Antrag auf Strafverfolgung können die Sorgeberechtigten (i. d. R. die Eltern) des/der Jugendlichen stellen, bis zum 18. Lebensjahr. Der Strafantrag ist innerhalb einer Frist von drei Monaten zu stellen. Das Gericht kann von einer Strafe absehen, wenn bei Berücksichtigung des Opferverhaltens (sie/er darf sich nicht bedrängt fühlen) deutlich wird, dass das Unrecht gering ist.

Wenn beide zwischen 16 und 18 sind, ist sexueller Kontakt grundsätzlich keine Straftat. Ausnahme ist der Missbrauch von Abhängigkeiten durch Schutzbefohlene (z. B. Lehrer/Schüler; Jungendbetreuer/Jungenleiter etc.).

Was dürfen Eltern ? –verbieten?

Bei unter 16 jährigen Jugendlichen können die Eltern nur bei gröblicher Verletzung ihrer Erziehungspflicht bestraft werden (z.B. Pornografie, gezielt sexueller Umgang) (§180).

Wenn es um den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen vor sexuellen Übergriffen geht, gibt es kein Pardon. In den meisten Fällen handelt es sich um „Offizialdelikte", d. h.: Der Staatsanwalt muss von Amts wegen ermitteln, wenn er konkrete Hinweise hat.

Laut BGB § 1632 haben Eltern das sog. Umgangsbestimmungsrecht, d.h. sie dürfen Ihren Kindern bis zum 18. Lj. sagen, mit wem sie Umgang erlauben. Sie können somit direkt den Umgang mit bestimmten Personen verwehren. Es besteht eine sogenannte Einvernehmensklausel die die Herstellung des Einvernehmens mit dem Jugendlichen anstrebt. Falls allerdings dadurch die persönliche Freiheit unangemessen eingeschränkt wird, kann man sich mit dem Jugendamt in Verbindung setzten. Zusammen mit dem Jugendamt und den Eltern wird dann festgelegt, was man darf und was nicht.

Ab dem Alter von 16 Jahren hat jeder die „Freiheit der sexuellen Selbstbestimmung“, d.h. Eltern können nicht tatsächlich sexuellen Kontakt strafrechtlich verbieten lassen. Darüber hinaus können sie sexuellen Kontakt in Ihrer Wohnung untersagen. Dies kann zum Sorgerecht der Eltern gezählt werden.


Mögliche Strafen:

* Sexuelle Handlungen an Kindern bis zum 14. Lebensjahr, egal unter welchen Umständen. (§ 176 StGB): im Regelfall einen Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.
* Sexueller Missbrauch von Jugendlichen unter 16 (§ 182 StGB): bis zu fünf Jahren Haft oder Geldstrafe.

Abs. (2) nur bei Tätern über 21 Jahren, die Tat wird nur auf Antrag verfolgt;

* Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter 16 Jahren vornimmt, die ihm zur Erziehung, Ausbildung oder Betreuung in der Lebensführung anvertraut ist, wird mit bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafe bestraft (§ 174 StGB).
* Bei 16- bis 18-Jährigen Opfern gilt das gleiche nur, wenn der Täter eine damit verbundene Abhängigkeit ausnutzt, auch im Rahmen eines normalen Dienst- oder Arbeitsverhältnisse.
* Bei Gewaltanwendung oder „Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben" liegt eine Vergewaltigung oder eine sexuelle Nötigung vor.



Zu den klassischen Bereichen der „verbotenen Liebe" zählt auch der Inzest. Nach § 173 StGB wird „mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft", wer „mit einem leiblichen Abkömmling den Beischlaf vollzieht" oder mit einem Verwandten aufsteigender Linie bzw. mit leiblichen Geschwistern. Mit zwei Jahren Haft oder mit Geldstrafe müssen leibliche Geschwister über 18 rechnen, die den Beischlaf miteinander vollzogen haben. Geschwister unter 18 Jahren sind dann straffrei, wenn sie zum Zeitpunkt des sexuellen Kontaktes noch nicht 18 Jahre alt waren.
Mit freundlichen Grüßen das sextra team

* Name von der Redaktion geändert


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