Häufig gestellte Fragen (FAQ): Schwangerschaftskonflikt

Thema: Schwangerschaftskonflikt

Frage, wie sie uns so oder ähnlich häufig gestellt wird:

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Guten Tag,

ich bin schwanger und würde mich gerne über die Vorgehensweise bei einem Schwangerschaftsabbruch informieren. Wie läuft das ab? Muss man die Kosten dafür selber tragen?
Vielen Dank vorab
Sandra* w 17 Jahre

Hier die Antwort vom pro familia sextra Online-Beratungsteam:

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Guten Tag Sandra,

um einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen, müssen Sie Folgendes beachten: Sie benötigen eine Bescheinigung über ein gesetzlich vorgeschriebenes Beratungsgespräch, das Sie an einer anerkannten Beratungsstelle (z.B. pro familia) in Anspruch nehmen können. Zwischen diesem Beratungsgespräch und dem Schwangerschaftsabbruch müssen mindestens drei Tage liegen. Der Gesetzgeber hat diese Frist benannt, um Frauen die Möglichkeit zu geben, nach der Beratung ihre Entscheidung noch einmal überdenken zu können.
Der Abbruch muss von einer Ärztin oder einem Arzt bis zum Ende der 12. Woche nach der Empfängnis durchgeführt werden. Bei der Berechnung der Schwangerschaftswoche geht man im Allgemeinen davon aus, dass die Empfängnis zwei Wochen nach dem Beginn der letzten Regelblutung eingetreten ist. Die 12. Woche nach Empfängnis entspricht also normalerweise der 14. Woche nach Beginn der letzten Regel.
Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch werden von den Krankenkassen prinzipiell nur bei einer Indikationsstellung übernommen. Wenn allerdings Ihr verfügbares Einkommen oder Vermögen unterhalb bestimmter Grenzen liegt oder wenn Sie BAföG-Leistungen erhalten werden die Kosten des Abbruchs vom Staat übernommen. Die Antragstellung und Auszahlung wird über die Kasse geregelt. Auskünfte bei den Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen und bei den Krankenkassen.

Die Beratung ist "ergebnisoffen". Das heißt, Sie treffen die Entscheidung selbst und es wird Ihnen zugetraut, dass Sie sich verantwortlich und richtig entscheiden. "Die Beratung soll ermutigen und Verständnis wecken, nicht belehren oder bevormunden."

„Zugleich aber dient die Beratung nach dem Gesetz "dem Schutz des ungeborenen Lebens“. Sie hat sich von dem Bemühen leiten zu lassen, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen; sie soll ihr helfen, eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung zu treffen."

Die Beratung soll Sie daher vor allem über Ihre Rechtsansprüche und mögliche Hilfen informieren, besonders über solche, die Ihnen eine Entscheidung zur Fortsetzung der Schwangerschaft erleichtern könnten. In Frage kommende Hilfen und Leistungen sollen Ihnen vermittelt werden.

Für die Beratung gelten weiterhin folgende gesetzliche Auflagen, die Sie kennen sollten:

* Es wird von Ihnen "erwartet", dass Sie in der Beratung die Gründe nennen, aus denen Sie einen Abbruch erwägen oder wünschen. Die Beraterin/der Berater wird Ihnen anbieten, über Ihre Gründe zu sprechen und gemeinsam mit Ihnen Ihre Situation von verschiedenen Seiten zu beleuchten, um Sie in Ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen. Ob Sie das Angebot annehmen oder nicht, liegt jedoch allein bei Ihnen.
* Bei der Entscheidung soll Ihnen die rechtliche Bedeutung des Schwangerschaftsabbruchs bewusst sein: Zum Abbruch sollten Sie sich demnach nur entschließen, wenn die Fortsetzung der Schwangerschaft Sie in unzumutbarer Weise belasten würde. Die Beurteilung, ob das so ist, bleibt allerdings letztlich bei Ihnen. Es ist nicht Aufgabe der Beraterin/des Beraters, Ihre Situation daraufhin zu überprüfen.
* Die Beraterin/der Berater muss den wesentlichen Inhalt der Beratung und angebotene Hilfsmaßnahmen in einer Aufzeichnung festhalten. Daraus darf allerdings nicht erkennbar sein, wer beraten wurde. Diese Aufzeichnung dient nicht dazu, Sie und Ihre Gründe zu überprüfen, sondern dazu, die Arbeit der Beratungsstelle zu kontrollieren.
* Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen stehen unter Schweigepflicht. Ohne Ihr Einverständnis dürfen sie niemandem Auskünfte über Ihre Person oder über Inhalte des Gesprächs geben. Sie dürfen nicht einmal bestätigen, dass Sie zur Beratung da waren, falls irgend jemand sich danach erkundigt.
* Wenn Sie es wünschen, muss die Beratung anonym durchgeführt werden. Sie brauchen also zunächst Ihren Namen weder bei der Anmeldung noch der Beraterin/dem Berater gegenüber anzugeben.
* Nach der Beratung haben Sie Anspruch auf eine schriftliche Bestätigung der Beratung. Die Bescheinigung muss Ihren Namen und das Datum enthalten, an dem die Beratung beendet wurde. Sie darf aber nichts über den Inhalt des Gesprächs aussagen.

Der Schwangerschaftsabbruch wir heute vorwiegend mit der "Absaugmethode" gemacht. Der Eingriff dauert ca. 10 Minuten und wird meist mit einer örtlichen Betäubung verbunden. Auf Wunsch wird häufig auch eine Voll(Kurz)Narkose angewandt.
Mit freundlichen Grüßen das sextra team

* Name von der Redaktion geändert


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