Häufig gestellte Fragen (FAQ): Pille für den Mann

Thema: Pille für den Mann

Frage, wie sie uns so oder ähnlich häufig gestellt wird:

Fragezeichen

Hallo,

gibt es jetzt eigentlich schon die Pille für den Mann.
Was kostet diese? Braucht man eine Untersuchung? Wie funktioniert diese Verhütungsmethode?
Patrick* m 27 Jahre

Hier die Antwort vom pro familia sextra Online-Beratungsteam:

Ausrufezeichen

Hallo Patrick,

vorab, die Pille für den Mann ist noch nicht auf dem Markt. Ich sende hier im Folgenden einen kleinen Aufsatz unseres Verbandes zu dem Thema. Der Artikel ist nicht mehr der jüngste, jedoch hat sich in der Zwischenzeit nicht viel Neues ergeben:



Wann kommt die "Pille für den Mann"?

Sie wird immer wieder heraufbeschworen, von beiden Geschlechtern sehnlichst erwartet, von vielen Frauen und Männern jedoch auch mit viel Skepsis betrachtet: die "Pille für den Mann".
Eigenständig, sicher und zuverlässig verhüten können Männer zur Zeit nur mit dem Kondom oder durch eine Sterilisation. Zwar sind diese beiden Methoden, wie auch der sehr unsichere Koitus Interruptus ("Rückzieher"), weltweit zahlenmäßig weit verbreitet, andere Möglichkeiten für den Mann, Verhütung selbst zu regeln, gibt es jedoch nicht. Neue Verhütungsmethoden für Männer wären zudem auch ein Beitrag zur emanzipatorischen Verteilung der Lasten der Familienplanung zwischen Mann und Frau. Ungefähr 20 Jahre alt ist die Idee einer hormonellen Verhütung für den Mann. Intensive Forschung dazu wird leider noch nicht sehr lange betrieben. Das Ziel aller Forschung auf diesem Gebiet ist es, die Spermienbildung zu unterdrücken und damit eine Verminderung der Spermienzahl bis hin zur Azoospermie (Samenflüssigkeit frei von Spermien) zu erreichen. Allerdings kann noch keine Rede davon sein, dass eine solche Methode unmittelbar vor der allgemeinen Anwendbarkeit steht, wie die Presse in regelmäßigen Abständen glauben machen will. Die Ansätze in der Forschung sind unterschiedlich. Chemische, nicht hormonelle Substanzen kommen in den meisten Fällen aufgrund ihrer Schädlichkeit für den gesamten Organismus nicht in Frage. Weiterhin werden immunologische Vorgänge erforscht, sowie die Möglichkeit der Verhütung durch die Hemmung einzelner Enzyme, die für die Vorgänge der Spermienentwicklung und Befruchtung notwendig sind. Auf diesen Gebieten ist jedoch weitere Grundlagenforschung nötig. Die Forschung auf dem Sektor der Verhütung mit hormonellen Substanzen gibt Grund zur Hoffnung. Die Verhütung mit einem synthetischen Abkömmling des männlichen Hormons Testosteron wurde in einer großen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überprüft. Die Anforderungen an die Sicherheit, die Akzeptanz sowie die Forderung, dass die Methode rückgängig zu machen ist, wurden in der Studie erfüllt. Weiterer Forschungsbedarf besteht jedoch bei der Verabreichungsform. Bisher sind wöchentliche Injektionen des Hormons erforderlich. Für eine breite Anwendung ist dies nicht akzeptabel. Weitere Möglichkeiten der hormonellen Verhütung liegen in der Hemmung der Ausschüttung von den Botenstoffen im Gehirn, die die Produktion der männlichen Hormone steuern. Auch hier liegen vielversprechende Forschungsergebnisse vor. Erste Grundlagenforschung wird auch mit dem Mittel RU 486 betrieben, einem in Frankreich entwickelten Mittel für einen frühen, medikamentösen Schwangerschaftsabbruch. Möglicherweise hemmt RU 486 beim Mann die Beweglichkeit der Spermien und ihre Möglichkeit, in die Eizelle einzudringen. Wann die "Pille für den Mann" kommt und wer sie dann auch einnehmen wird, ist im Moment noch nicht abzusehen. Bleibt die Frage, wie viele Frauen sich darauf verlassen wollen, dass die Männer "ihre Pille" nicht vergessen?
Mit freundlichen Grüßen das sextra team

* Name von der Redaktion geändert


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