Häufig gestellte Fragen (FAQ): Keine Lust auf Sex

Thema: Keine Lust auf Sex

Frage, wie sie uns so oder ähnlich häufig gestellt wird:

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Hallo liebes sextra team,

meine Freundin und ich sind seit fast 2 Jahren zusammen und haben seit 8 Monaten fast keinen Sex mehr (ca. 2 mal im Monat) und auch lange nicht so wilden Sex wie die ganze Zeit vorher. Dass der Sex in einer Beziehung weniger wird ist mir klar, aber es muss ja nicht so wenig sein! Ich weiß bald nicht mehr, was ich machen soll. Bitte helft mir!!
Mit freundlichen Grüßen
Daniel* m 24 Jahre

Hier die Antwort vom pro familia sextra Online-Beratungsteam:

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Guten Tag Daniel,

aus Ihren Zeilen kann ich verstehen, dass Sie sich fragen, wo Ihre einst wilde Sexualität miteinander eigentlich geblieben ist. Was ist passiert, dass Sie nicht mehr so hemmungslos aufeinander abfahren können wie Sie das einst miteinander erlebt haben. Viele sagen, dass im Lauf der Zeit Sexualität in der Beziehung sowieso abnimmt. Darüber kann man streiten. Es ist manchmal so, aber es muss wirklich nicht immer so sein, und insofern ist Ihre Frage sehr verständlich, ob es vielleicht andere Gründe gibt, dass Sie nicht mehr so häufig miteinander schlafen, wie Sie das anfänglich miteinander genossen haben.

Wenn man längere Zeit zusammen ist, kennt man sich besser, hat vieles miteinander erlebt und erfährt sich gegenseitig vielschichtiger als am Anfang. Es schwingen sehr viel mehr verschiedene seelische Dimensionen in der Beziehung mit, als das ganz am Anfang der Fall ist. Sexualität hat sehr viel mit seelischem Erleben zu tun und steht in sehr feinem Zusammenspiel mit Gefühlen. Gefühle haben ganz unterschiedliche Schattierungen, nicht nur die schönen, lustvollen und vergnügten Seiten, sondern auch Ängste, Befürchtungen und Unglückliches. Mit all diesen verschiedenen Schattierungen kommen wir bei uns selbst und unserem/r Partner/in mehr in Kontakt je länger wir zusammen sind. Und diese verschiedenen Gefühle beeinflussen die Sexualität mehr als wir denken. Vor allem sind uns die meisten dieser Gefühle nicht bewusst, wir erleben sie vielmehr gewissermaßen indirekt, z.B. dann, wenn wir auf der äußeren Ebene feststellen, dass es mit der Sexualität nicht mehr so leicht klappt.
Insofern könnte man sagen, wenn es zunächst so war, dass man sich sehr gegenseitig begehrt und gemocht hat, man sich jetzt immer noch mag, aber nicht mehr sehr begehrt, dass es dann die Frage ist: Welche Gefühle schwingen mit, die das Begehren nicht zulassen? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Zumal es meistens um Gefühle geht, vor denen wir uns eher fürchten, die wir also gar nicht unbedingt richtig bewusst erleben wollen.

Was hilft?

Eigentlich vor allem: Sich auf die Suche machen, warum Nähe zueinander nicht mehr lustvoll zugelassen und gelebt werden kann. Das Naheliegende ist, dass man zu zweit ein wenig das Gespräch darüber sucht, um herauszufinden, wovor man sich fürchtet, was einen stört, wie viel Nähe und Distanz man braucht, um sich wohl zu fühlen. Wenn man zu zweit nicht weiter kommt, oder eben es immer weiter bei der Verteilung bleibt: „der eine will mehr, der andere will eher gar nicht“, dann ist es häufig hilfreich, die Gespräche durch Beratung und eine für solche Probleme geschulte Person konstruktiver und mit neuen Perspektiven zu führen.

Also: In eine Beratungsstelle gehen und sich mit Hilfe von jemandem auf die Suche zu machen welche Gefühle, ganz besonders welche Ängste in der Beziehung eine gemeinsam lustvoll gelebte Sexualität nicht mehr zulassen.

Pro familia bietet solche Paarberatungen an. Wenn man Ihnen vielleicht auch nicht vor Ort helfen kann, so können Ihnen die Mitarbeiter/innen zumindest sagen, an wen Sie sich in Ihrem Umkreis wenden können. Unter www.profamilia.de/adressen finden Sie Beratungsstellen in Ihrer Nähe.
Mit freundlichen Grüßen das sextra team

* Name von der Redaktion geändert


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